In dieser Rubrik möchten wir in zeitloser Abfolge je ein Foto aus dem Betriebsalltag der KBE zu Beginn der achtziger Jahre zeigen.  Der ET57 im

heutigen Erscheinungsbild repräsentiert genau diese KBE-Epoche bis ins Jahr 1986.

 

KBE Betriebsalltag

Foto: Udo Haag, Brühl

 

Sonntagsruhe im Bahnhof Brühl Mitte. Die Doppeltriebwagen ET55, ET59 und ET58 warten auf ihre nächsten Einsätze. Die seitliche

Zugzielanzeige am ET55 zeigt als Zugziel "Schwadorf". Auch im Januar 1983 endete so mancher Kurs der Linie 18 in Schwadorf.

Die Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE) nahm unter den deutschen Privatbahnen immer eine besondere Stellung ein, orientierte sie doch ihren Betrieb weitestgehend an dem der großen Staatsbahnen. So gab es bis 1975 Raucher- und Nichtraucherabteile, die 1. und 2. Wagenklasse und einen Zugverkehr mit Personen-, Eil- und Schnellzügen.

Ihre beiden elektrifizierten Hauptstrecken verbanden die Städte Köln und Bonn zum einen entlang des Rheines über Wesseling durch die Rheinuferbahn, der heutigen Linie 16, und zum anderen entlang des Vorgebirges über Brühl durch die Vorgebirgsbahn, der heutigen Linie 18. Bis 1981 existierte auch ein elektrischer Personenzugbetrieb auf der Querbahn Wesseling-Brühl.

Die KBE war in ihrer technischen Entwicklung den Staatsbahnen stets voraus. So war die Rheinuferbahn bei ihrer Eröffnung im Jahre 1905 als erste elektrische Schnellbahn in Deutschland eine auch im Ausland viel beachtete Sensation. Zuggeschwindigkeiten von 75 km/h, sowie ein halbstündiger Schnellzugverkehr waren ein unerhörter Luxus in einer Zeit, in der im Nahverkehr selten schneller als 40 km/h gefahren wurde.

1936 wurden bei WESTWAGGON in Köln Deutz erstmalig zwei geschweißte Doppeltriebwagen in Stahlleichtbauweise für die KBE gefertigt. Sie bildeten die Prototypen für die so typischen Doppeltriebwagen der KBE, denen diese Website gewidmet ist.

Nach dem Krieg folgten weitere Pioniertaten der KBE, wie das 1952 im Bahnhof Brühl-Vochem errichtete erste größere Drucktastenstellwerk der Bauart DrS, oder eines der ersten Unterwerke mit den damals neuartigen Silizium-Gleichrichtern in Hürth-Hermülheim im Jahre 1960.

Die „Silberpfeile“ setzten ab 1960 neue Maßstäbe im Waggonbau und waren ihrer Zeit weit voraus. Die Serienfahrzeuge von 1964 waren die ersten vollgeschweißten Aluminium-Schienenfahrzeuge der Welt.

1986 war das Microcomputer-Stellwerk in Kendenich wieder die erste größere Anlage einer völlig neuen Stellwerksgeneration.

Seit dem 1. Juli 1992 existiert die KBE nicht mehr. Ihre Infrastruktur und den Güterverkehr übernahm die neu gegründete Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK), den Personenverkehr teilen sich die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) mit den Stadtwerken Bonn (SWB).